Kindergarten "Die Murmel"

Mit den Mitteln des Investitionspaktes wird für den Kindergarten „Die Murmel“ in Freiberg am Neckar ein Neubau errichtet. Das bestehende Gebäude der Kindertagesstätte weist erhebliche bauliche Mängel auf. Eine Sanierung des Bestandsgebäudes wäre unwirtschaftlich. Zusätzlich ist der Bedarf an Betreuungsangeboten in Freiberg am Neckar in den letzten Jahren gestiegen. Durch den Ausbau der Ganztagsbetreuung werden mehr Räumlichkeiten benötigt. Der Neubau soll individuelle Förderangebote für alle Kinder Freibergs bieten und so einen Beitrag zur Integration leisten.

Durch das zusätzliche Raumangebot und das neue Raumkonzept besteht die Möglichkeit, die Kindertagesstätte für das Quartier zu öffnen. Der Kindergarten „Die Murmel“ soll sich zukünftig zu einem Ort der Begegnung entwickeln, an dem sich Kinder, deren Eltern und andere Bewohnerinnen und Bewohner der Stadt treffen.

  • Ausgangssituation

    Beschreibung des Quartiers

    Die Stadt Freiberg am Neckar entstand 1972 aus einem freiwilligen Zusammenschluss dreier benachbarter Gemeinden, die heute die Stadtteile Beihingen, Geisingen und Heutingsheim bilden. Der Kindergarten „Die Murmel“ liegt im Stadtteil Heutingsheim, südwestlich angrenzend an das Stadtzentrum. Der Zentrumsbereich wird als städtebauliche Sanierungsmaßnahme seit 2010 modernisiert. Das Sanierungsgebiet wurde 2017 per Satzungsbeschluss um das Grundstück der Kindertagesstätte „Die Murmel“ erweitert.

    Der Kindergarten liegt zwischen dem historischen Ortskern im Norden und aufgelockerten Einfamilienhausgebieten im Süden. Unmittelbar angrenzend auf dem Nachbargrundstück befindet sich ein evangelisches Gemeindehaus, wobei insgesamt die nähere Umgebung durch lockere Wohnbebauung geprägt ist. Durch die nahegelegene S-Bahnstation ist der Kindergarten „Die Murmel“ gut zu erreichen.

    Städtebauförderung, Gebietskulisse

    Sanierungsgebiet "Stadtzentrum"

    Lage in der Stadt

    Südwestlicher Rand des Zentrums, Stadtteil Heutingsheim

    Baualter

    Historische Bausubstanz im Zentrum, Einfamilien- und Mehrfamilienhausgebiete der 1970er bis 1990er Jahre im unmittelbaren Umfeld

    Gebietstyp nach Nutzung

    Wohngebiet

    Beschreibung der Einrichtung

    Der Kindergarten „Die Murmel“ in Trägerschaft der Stadt Freiberg am Neckar wurde 1966/1967 errichtet. Anbauten wurden 1989 und 1994 realisiert. Im Kindergarten „Die Murmel“ stehen aktuell 115 Betreuungsplätze zur Verfügung, davon 40 Ganztagesplätze. Das Betreuungsangebot richtet sich an Kinder zwischen 0 und 6 Jahren, wobei die Betreuung der unter 3-Jährigen räumlich aktuell in einem anderen städtischen Kindergarten stattfindet. Durch die Nähe zum S-Bahnhof und die gute verkehrliche Erreichbarkeit, besuchen Kinder aus dem gesamten Stadtgebiet den Kindergarten „Die Murmel“.

    Herausforderungen

    Der Bestandsbau des Kindergartens weist zum einen bauliche Mängel auf wie Schimmel, ein undichtes Dach und in Teilbereichen des Hauses zu geringe Deckenhöhen. Eine Sanierung hat sich als unwirtschaftlich herausgestellt.

    Außerdem sind die Kapazitäten an Kinderbetreuungsplätzen in Freiberg am Neckar nicht ausreichend. Im Jahr 2018 gibt es in Freiberg am Neckar 957 Kinder im Alter bis zu 6 Jahren. In insgesamt sechs städtischen Kindergärten und einem Waldkindergarten stehen aktuell 128 Plätze für unter 3-Jährige (davon 38 Plätze in der Ganztagesbetreuung) und 528 Plätze für 3- bis 6- Jährige (davon 90 Plätze in der Ganztagesbetreuung) zur Verfügung. Für die Ganztagesbetreuung wird seitens der Kommune ein steigender Bedarf  prognostiziert. Insbesondere für die Betreuung von unter 3-Jährigen fehlt es an Kapazitäten.

  • Maßnahme

    Zielsetzung

    Mit dem Ersatzneubau der Kindestagesstätte „Die Murmel“ werden die Betreuungskapazitäten in Freiberg am Neckar ausgeweitet. Mit dem Neubau geht eine Qualifizierung der Räumlichkeiten für die Kinder, Erzieherinnen und Erzieher einher.

    „Wir freuen uns auch, weil die Kinder neue Räume bekommen: größer, freundlicher, heller. Dies ist wichtig, um gute Arbeit zu leisten.“ (Erzieherin, Frau Canz).

    Bauliche Maßnahme

    Der Neubau des Kindergartens wird auf dem südlichen Teil des Grundstücks entstehen. Dieser Bereich wurde bislang als Garten und Spielplatz genutzt. Das Raumprogramm des Neubaus ist auf die Ganztagsbetreuung aller Gruppen ausgelegt. Es werden acht Einheiten entstehen, die jeweils aus Gruppenraum, Schlafraum und Sanitäranlagen bestehen. Drei Einheiten sind für die Betreuung von unter 3-Jährigen vorgesehen.

    Die Räumlichkeiten sind wie kleine Wohnungen angeordnet, wo man sich wohlfühlen kann.“ (Erzieherin, Frau Canz).

    Räume mit Sonderfunktionen wie Kreativräume, Sprachförderraum, Raum für Elterngespräche oder Büroräume wurden ebenfalls in das Raumprogramm integriert. Außerdem sind eine Mensa mit Küche sowie ein Turn- und Bewegungsraum Bestandteil des Neubaus. Alle Räume werden im Hinblick auf Inklusion barrierefrei gestaltet.

    Neben dem Investitionspakt werden weitere Fördergelder des Landes Baden-Württemberg zum Ausbau der Betreuung von unter 3-Jährigen sowie kommunale Eigenmittel eingesetzt.

    MaßnahmeErsatzneubau und Erweiterung Kindergarten "Murmel"
    Programmjahr2017
    Durchführungszeitraum2017 - 2021
    Kosten und Finanzierung

    Baukosten: 6,73 Mio. €

    SIQ-Förderrahmen: 888.889 € (Zuwendung 800.000 €)

    Weitere Finanzierung: U3-Betreuung, 30 Plätze à 12.000 € (bis Ende 2018); Ausstattungsinvestition Verpflegung

    Eigenmittel der Stadt knapp 5,5 Mio. €

    ProjektträgerStadt Freiburg am Neckar
    AnsprechpartnerHerr Peter Müller, Amt Recht und Ordnung

    Bezüge zum Quartier

    Die Einrichtung übernimmt durch ihre Betreuungsangebote eine wichtige Funktion der Familienförderung. Durch den Ausbau der Ganztagsbetreuung wird dies zukünftig verstärkt. Zusätzliche Angebote wie Sprachförderung leisten einen Beitrag zur Integration der Kinder in die Gemeinschaft.

    Die Angebote des Kindergartens „Die Murmel“ richten sich an alle Kinder aus Freiberg am Neckar. Durch die Lage zwischen verschiedenen Stadtteilen kommen Kinder aus unterschiedlichen Haushalten und Milieus zusammen.

    Die Einrichtung soll außerdem für die Kinder und deren Eltern zu einem Ort der Begegnung werden. Zukünftig soll sich die Einrichtung öffnen und den herkömmlichen Kindergartenbetrieb um Angebote wie Sportkurse für Eltern und Kinder erweitern, die in das Quartier hineinwirken. Die neuen räumlichen Möglichkeiten wie zum Beispiel den Turnraum, bieten hierfür erste Ansatzpunkte.

    „Man muss sich auf einen neuen Weg machen, um das Haus anders zu leben, so dass jeder willkommen ist, egal wo er herkommt“ (Erzieherin, Frau Canz).

  • Umsetzung und Zeitplan

    Konzeption/ Planungsprozess

    Nachdem das Projekt 2015 im Gemeinderat vorgestellt wurde, konnte 2016 der Beschluss über einen Neubau gefasst werden. Während der anschließenden Entwurfsplanung wurden im konstanten Austausch die Erzieherinnen, aber auch die Anlieger durch Informationsveranstaltungen beteiligt. Nicht zuletzt wurden die Kinder und deren Eltern nach ihren Wünschen für ihr neues Gebäude über einen „Wunschbaum“ im Eingangsbereich befragt.

    „Für uns war es sehr schön, dass wir in die Planung eingeschlossen sind; wir konnten Ideen mit auf den Weg geben, was wir im Alltag brauchen, was man umsetzen muss, was notwendig ist. Es war schön, zu sehen, wie positiv die Zusammenarbeit ist.“ (Erzieherin, Frau Canz)

    Umsetzung

    Nach Abwägung zwischen einer Sanierung des Bestandsgebäudes und einem Neubau wurde sich für einen 3-geschossigen Neubau entschieden. Der Neubau entsteht im Garten der bisherigen Kindertagesstätte. Die Betreuung der Kinder am gewohnten Standort kann daher auch während der Bauzeit gewährleistet werden. Nach Fertigstellung des Neubaus wird der Altbau abgerissen, sodass dort neue Freiflächen mit Spielmöglichkeiten angelegt werden können. Während der Baumaßnahme kann der angrenzende Garten des evangelischen Gemeindehauses als Spielfläche genutzt werden.

    Nachdem im Sommer 2017 die Genehmigungs- und Ausführungsplanung abgeschlossen wurde, konnte am 1.10.2017 mit dem Bau begonnen werden, der bis Ende 2018 fertiggestellt werden soll. Ab Januar 2019 können die Gruppen der unter 3-Jährigen ihre Räumlichkeiten beziehen; die anderen Gruppen folgen ab dem Frühjahr 2019. Im Anschluss wird der Altbau abgerissen, für das Frühjahr 2020 ist die Fertigstellung der Außenanlagen geplant.

  • Weiterführende Informationen/ Links

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